Von Einheitspreisspiegel, Ausschreibung und Angebot: Unser Weg zur Bodenplatte

Bodenplatte

Am Wochenende saßen wir erstmals im Kaminzimmer! Oder besser gesagt, an der Stelle auf der Bodenplatte, wo es später hinkommt. Und dann davor auf der Terrasse; es war genial! Naja, etwas „frisch“ war es schon, aber die Phantasie kennt ja bekanntlich keine Grenzen und wir dachten uns einfach in den nächsten Sommer rein…

Wie wir Europäer ticken

Ehrlich gesagt, wollten wir auch deutlich früher im Jahr hier sitzen. Aber wie lautet doch ein afrikanisches Sprichwort: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Will heißen, nachdem wir monatelang ständig versucht hatten, die Dinge hier und da zu beschleunigen – und das Projekt trotzdem nicht schneller vorankam – ließen wir es irgendwann gut sein. Und siehe da, ohne sich selbst und anderen ständig Druck zu machen, fühlte sich die ganze Sache deutlich besser an. Unser zweites afrikanisches Sprichwort dazu: „Die Europäer haben die Uhr, wir haben die Zeit.“ Es lohnt sich, ein wenig darüber nachzudenken…

Das Leistungsverzeichnis für den Bauunternehmer

Nun aber zur Sache. Heute geht es um das Thema Bodenplatte und all die Dinge, die darum herum passieren und getan werden müssen.

Weil SchwörerHaus weder die Erdarbeiten noch die Bodenplatte selbst ausführt, mussten wir uns ein Bauunternehmen suchen. Zunächst waren wir froh, dass uns die Schwörer-Leute einen ersten wichtigen Part abgenommen haben: Sie erledigten für uns die Einholung eines „Leistungsverzeichnis über Erd-, Entwässerungskanal- und Betonarbeiten“. Denn hierbei geht es um gefühlte 1.000 Positionen von der „Bodenklasse des Aushubs“ über den „Einbau von Sickersteinen als Filterkörper über der Drainage“ bis hin zum „Abdichten mit Bitumendickbeschichtung mit kompletter Gewebeeinlage und einer Trockenschichtstärke von 5 mm in Anlehnung nach DIN 18195 Teil 6 inkl. aller Nebenarbeiten“; von den sonstigen formalen und rechtlichen Dingen ganz zu schweigen.

Vom Einheitspreisspiegel zum Angebot

Angeschrieben wurden zehn Bauunternehmen vor Ort und in der Region, und kurz NACH Abgabeschluss hatten wir die sogenannten Einheitspreisspiegel von dreien auf dem Tisch, die ganz schöne preisliche Unterschiede aufwiesen.

Nicht, dass ihr jetzt denkt, damit war die Angelegenheit durch. Man muss es ganz klar sagen: Bei so einem Einheitspreisspiegel handelt es sich nicht um ein wirklich vergleichbares Angebot für das konkrete Bauvorhaben. Es hilft einem lediglich, eine grobe Richtung zu bekommen, wo es mit den Kosten hingehen wird.

Bauen mit dem Platzhirsch

Deshalb holten wir uns, nachdem wir Schwörer mitgeteilt hatten, dass wir uns für HS Bau, den „Platzhirsch“ in Mühlacker, entschieden hatten, ein echtes Angebot ein. Falls ihr auch mal in der Situation seid, unser Tipp: Versucht, so viel wie möglich pauschal mit Fixkosten zu vereinbaren! Denn es bringt euch nichts, zu wissen, wie viel beispielsweise ein laufender Meter Rohrverlegung oder der Einbau einer Tonne Schotter kostet, wenn die Mengen nicht klar sind. Logischerweise lassen sich vorher nicht alle Arbeiten bis ins Detail festlegen, doch zumindest große Überraschungen kann man so ausschließen. Und das Skonto nicht vergessen! Bei 50.000 Euro Kosten beispielsweise, sparen 2 % Skonto einen satten Tausender!

Billig ist nicht günstig

Und noch ein Gedanke zu Unternehmen und Preisen. Nicht immer ist der billigste Anbieter auch der günstigste. Bei uns war HS Bau zwar teurer als die anderen Firmen, dennoch gaben wir ihm den Zuschlag. Denn diese Jungs, die bereits die Erschließungsarbeiten des Baugebietes ausgeführt hatten, kannten die örtlichen Gegebenheiten bestens, und sie konnten manches per Handy auf dem kleinen Dienstweg regeln; beispielsweise mit unserem Vermessungsbüro Gerst Ingenieure, ebenfalls hier ortsansässig, oder mit den Leuten von den Stadtwerken. So waren dann zum Beispiel ganz ohne unser Zutun plötzlich der Wasserhahn fürs Bauwasser da und der Baustromkasten angeschlossen – siehe Facebook-Post vom 2. November auf https://www.facebook.com/baublogger/

Hand in Hand

Alles lief Hand in Hand und just in time. Das Einschneiden des Schnurgerüstes durch Gerst, dann das entsprechende Einschalen der Bodenplatte; parallel dazu wurden der Kontrollschacht gesetzt und die Leerrohre für die Versorgungsleitungen verlegt, was Mitarbeitern der Stadtwerke vor dem Verfüllen prüften. Und bevor der Bautrupp die Bodenplatte betonierte, legte ein konzessionierter Betrieb das Erdungsband in die Baugrube und schloss es fachgerecht an. Jetzt schauen nur noch die „Fahnen“ aus der Bodenplatte raus.

Es geht aufwärts!

Als der Tag der Kellermontage näher rückte, kam bei uns dann dennoch die Befürchtung, dass die Bodenplatte nicht rechtzeitig fertig werden könnte. Doch die war, zum Glück, unbegründet. Denn vergangenen Freitag war die fertig betonierte Bodenplatte ausgeschalt, und wir konnten, wie ihr seht, am Samstag schon mal darauf Platz nehmen.

Jetzt freuen wir uns, dass es nach dem über drei Meter tiefen Ausgraben mit dem Gießen des Kellerbodens wieder den ersten Schritt aufwärts ging. Genau gesagt 61 Zentimeter. Diese setzten sich zusammen aus 20 Zentimetern Schotterpackung, 16 Zentimetern Wärmedämmplatten und 25 Zentimetern Bodenplatte, die darauf „schwimmend“ eingebaut ist.

So, jetzt ist es Sonntagabend und für uns heißt es „noch ein Mal Schlafen“. Am morgigen Montag geht es an die Montage des Fertigkellers; der nächste, diesmal 2,86 Meter hohe Schritt. Wir berichten!

 

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