Architektur und Licht: Form follows Function

Architektur und Licht - Titelbild

Während wir auf die Restarbeiten rund um den Keller warten, ein kleiner Beitrag zum Thema Grundriss und Architektur. Wir zeigen euch, wie man bei praktisch gleichen Grundrissen das Outfit des Hauses komplett verändern kann. Faszinierend.

Was ist ein guter Grundriss?

Unseren Erdgeschossgrundriss entwarfen wir nach gängigen Planungskriterien: Die Küche kam an die Südostecke des Hauses, das Wohn-Esszimmer schließt sich Süd/Südwest an, und die Funktionsbereiche wie Garderobenraum, Gäste-Bad und Treppe liegen auf der Nordseite. Im Unterschied zur Südseite hat die Nordfassade keine großen Fenster, das macht sich in der Energiebilanz positiv bemerkbar. Das Ganze sah dann so aus:

Architektur und Licht - EG Grundriss 1

Daraus ergab sich dann die „ganz normale“ Hausansicht – gemäß der Baubauungsplanvorgabe eineinhalbgeschossig mit Satteldach – mit Dachüberstand und bodentiefen, weitgehend symmetrisch angeordneten Fenstern und Fenstertüren. Das war zwar schön, aber nicht sehr prickelnd.

Dann kamen zwei deutliche Änderungen. Erstens haben wir den Erker mit Loggia auf der Südseite gestrichen, weil das Bauteil ziemlich teuer gewesen wäre und die dauerhafte Abdichtung nicht so ganz einfach…

So sah dann der überarbeitete Grundriss ohne den Erker aus:

Architektur und Licht - EG Grundriss 2

In diesem Zuge hat sich auch das Outfit des Hauses geändert: Der Erker weg, dafür Photovoltaikanlage und Dachflächenfenster, der Dachüberstand ging auf Null – und vor allem die Fenster haben sich sehr verändert.

Nach dem Motto „Innen formt Außen“ stand jetzt die Belichtung mit anders platzierten, kleineren Fensterflächen im Vordergrund, und das Thema Licht- und Sichtachsen innerhalb der Räume gewann für uns an Bedeutung.

Das Ergebnis seht ihr hier:

An die neue Optik des Hauses mussten wir uns erst gewöhnen. Das war wie mit neuen Autos, die einem zunächst „fremd“ erscheinen und mit der Zeit dann eindeutig moderner wirken. Jetzt hatten wir also eine Art „Legohaus“ mit vier Wänden und Dach. Man könnte auch sagen: Das ist die „Mutter aller Häuser“; die schnörkellose Urform des Hauses.

Frage an euch, liebe Leser: Welche Variante gefällt denn euch besser. Alt oder neu? 90er-Style oder modern?

 

Ein Gedanke zu „Architektur und Licht: Form follows Function

  • 2. Dezember 2016 um 7:18 am
    Permalink

    Modern! Vor allem die Photovoltaikanlage, die sehr gut mit der Wärmepumpe im Keller harmoniert und so das Haushaltsbudget entlasten hilft, ist in unseren Augen ein echter Gewinn. Auch die große Dachfensterfläche, die für ganz besondere Licht-Momente im Innern sorgen dürfte, hat was. Wer vermisst da schon einen Erker … 😋

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.