Vom Baumstamm zum Haus: Wie entsteht ein Fertighaus?

Werksbesichtigung bei Schwörer Haus

Am liebsten hätte ich schon die Fertigung unseres eigenen Hauses gesehen, aber noch war es ja nicht so weit. Trotzdem haben wir die Gelegenheit genutzt und uns in einer Werksbesichtigung durch die ganze Schwörer-Haus Produktion führen lassen. Das macht man am besten schon während der unverbindlichen Beratungs-/Planungsphase, denn so bekommt man doch ein besseres Gefühl für einen Hersteller…

Wo die Schwörer-Häuser wachsen

Jedes Mal wenn wir auf dem Weg zu Schwörer-Haus waren, dachte ich mir beim Anblick der Wälder rund um Hohenstein-Oberstetten, da wachsen also die Schwörer-Häuser. Und was wir auch sehen konnten war: Auf der einen Seite fahren Langholzlaster ins Werk rein – und auf der anderen Seite fahren Tieflader mit komplett vorgefertigten Holzfertighäusern raus.

50 Hektar Werksgelände

Ernst Schwörer – dort auf der Schwäbischen Alb heißen offenbar viele Leute so – war unser Guide bei der Werksbesichtigung. Eigentlich ist er schon in Rente, aber er hat sichtlich Spaß daran, Bauaspiranten zum Staunen zu bringen. Das knapp 50 Hektar große Werksgelände entspricht der Größe eines Wohngebietes mit rund 500 Einfamilienhäusern samt Straßen und Plätzen.

Heimisches Holz

Selbstredend dreht sich bei der Vorfertigung von Holzfertighäusern letztlich alles um den nachwachsenden Ökobaustoff Holz. Bevor uns Ernst Schwörer in die Holz-Produktionshalle führt, erzählt er, dass das Fichtenholz für die Schwörer-Häuser aus zertifizierten Wäldern in einem Umkreis von etwa 60 Kilometern kommt. Echte „heimische Produkte“ also. Es gibt einen gigantischen Holzlagerplatz und ein eigenes Sägewerk, um die Hölzer, die man für den Hausbau braucht, passend zuzuschneiden. Aus dem Rohholz entstehen dann Balken und andere Holzbauteile, die so verleimt werden, dass das harte, widerstandsfähige „Kernholz“ nach außen zeigt.

Ohne chemischen Holzschutz

Bevor das Holz dann in Wänden und Decken verbaut wird, kommt es in die Trockenkammer, um eine Restfeuchte von etwa zehn Prozent zu erreichen. Das dient der Formstabilität der Bauhölzer und man kann beim Holzfertighaus auf chemischen Holzschutz verzichten!

Bei der Produktion anfallende Sägespäne und Holzreste werden im firmeneigenen Blockheizkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt! Damit werden dann die Trockenkammern, Bürogebäude und Produktionshallen beheizt. Der überschüssige Strom geht an Haushalte in der Umgebung.

Am laufenden Band

Ernst Schwörer führt uns in den Produktionshallen über Stege, von denen aus wir eine gute Sicht auf die Fertigung der einzelnen Hausbauteile haben. Auf der „Wandstraße“ beispielsweise entstehen die mehrschichtigen Holzverbundwände, die am Ende, versehen mit Installationen, Wärmedämmung, Fenstern, Türen und Außenputz, in Lkw-Container verladen werden. Zirka drei Häuser verlassen in Oberstetten pro Tag die Vorfertigung, und die Gesamtkommission eines Holzfertighauses von Schwörer umfasst fünf bis sieben Lkw-Ladungen, die zu den Baustellen fahren.

Wir treffen den Langholzlaster

Nach der Werksbesichtigung fahren wir raus auf die Bundesstraße, und treffen – selbstredend im übertragenen Sinne 😉 – auf so einen Langholzlaster. Die Menge Baumstämme, die er geladen hat könnte genau unser Haus werden! Denn dafür braucht man ungefähr ein Dutzend Fichtenstämme, die dann rund 30 Kubikmeter Bauholz ergeben. Das ist übrigens die Menge Holz, die in nur 23 Sekunden in unseren heimischen Wäldern nachwächst.

 

Ein Gedanke zu „Vom Baumstamm zum Haus: Wie entsteht ein Fertighaus?

  • 25. November 2016 um 7:10 am
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    Schön zu sehen, dass die Fertighaus-Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht und in den vergangenen Jahren innovative Ideen entwickelt haben, wie sich in großer Stückzahl ressourcenschonende und klimafreundliche Holz-Fertighäuser bauen lassen. So haben die Bauherren schon vor dem Einzug in ihr neue Traumhaus ein gutes Gefühl.

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