Vom Zauber des Neuanfangs

Foto: Schwörer Haus/Lippert

 

„Geht ihr dieses Jahr noch in Urlaub?“ Eine Frage, die man derzeit häufiger hört, und die uns auch schon ein paar Mal gestellt wurde. Antwort: „Nee, wir fühlen uns hier wie im Urlaub.“ „Hier“ bedeutet natürlich an unserem neuen Wohnort im neuen Haus (oben seht ihr das Wohnzimmer, fotografiert von SchwörerHaus/Lippert).

 

Urlaubsfeeling Part 1

Während das Urlaubsfeeling anfangs eher davon geprägt war, dass wir uns ein Stück weit wie in einer Urlaubswohnung fühlten. Wir hatten viel Raum, doch noch nicht genügend Stau-Raum, sprich Schränke etc., sodass vieles irgendwo (am Boden) stand, ohne einen festen Platz zu haben. Inzwischen sind die Schubladen gefüllt, und alles ist da, wo es hingehört.

Urlaubsfeeling Part 2

Inzwischen fühlen wir uns wie im Urlaub, weil wir Sommer und Sonne im und am Haus in vollen Zügen genießen können. Die letzten Umzugskisten sind allmählich ausgepackt und verräumt, und Balkon und Terrasse – und wenn´s tagsüber zu heiß ist – auch der schattige Carport auf der Nordseite laden zum Rauswohnen ein.

 

Grillen, chillen, Bierli killen

„Habt ihr euch schon eingelebt?“, lautet eine weitere, oft gestellte Frage an uns. Und wie! Wir fühlen uns hier schon total zuhause. Ruhige Abende in trauter Zweisamkeit wechseln sich regelmäßig ab mit Tagen, an denen wir Gäste haben. Mit einem freitäglichen Grillfest haben wir gemeinsam mit unseren neuen Nachbarn auch den Garten bereits würdig eingeweiht. Schön, dass auch wir bereits zu Kaffee und Kuchen sowie zum Grillen in der Nachbarschaft eingeladen waren… Und das nicht nur ein Mal.

 

Housewarming

Fehlt nur noch das echte, offizielle Housewarming, das auch bald mal folgen soll; und möglicherweise bleibt es auch hierbei nicht bei der einen Housewarmingparty, sondern es gibt – mit wechselnden Besuchern – ein paar mehr ;-).

 

Wider die Vorurteile

Wir können nur allen Neu-Eigenheimern empfehlen: Seid offen für das, was da kommt. Geht auf die Menschen in eurer neuen Nachbarschaft zu, auf Neubürger (im Schwäbischen auch genannt „Zuazogene“, „Rei´gschmeckte“ oder „Neuwohner“) und auf die, die bereits länger hier wohnen. Dabei ist eines klar. Wer Klischeeschubladen aufmacht, Vorurteile aufbaut oder gar vorschnell über andere sein Urteil fällt, wird es nicht so leicht haben mit dem Kontakten. Steht euch diesbezüglich also nicht selbst im Weg – und springt notfalls über euren Schatten!

Entdeckungstour im Alltag

Was wir neben dem Kennenlernen neuer Leute so richtig spannend finden, und unglaublich Spaß macht, ist, die nahe und fernere Umgebung zu entdecken. Damit meinen wir gar nicht so sehr irgendwelche Sehenswürdigkeiten oder touristische Attraktionen. Nein, oft sind es die kleinen und größeren Dinge im sich nach der Bauzeit langsam einstellenden Alltag. Wo kauft man was ein? Welches sind die geschicktesten Wege? Wann und wo finden Hocketsen, Feschtle und besondere Veranstaltungen statt? Wo gibt es was Leckeres zu essen und zu trinken?

Auf diese Weise wird jeder Tag zur Entdeckungstour – und der Knaller ist, wenn wir zu hören bekommen: „Was ihr wart schon da-und-da? Da waren ja wir noch nicht mal, obwohl wir schon viel länger hier wohnen…“ Ergo: Haltet, falls ihr in der gleichen Situation seid wie wir, die Augen und Ohren offen. Hört zu, geht raus.

Was sagt Hermann Hesse?

Und weint auf gar keinen Fall dem Vergangenen nach! Dazu passt ziemlich gut, dass wir beim Umzug den Landkreis Calw verlassen haben, in dessen Kreisstadt der Nobelpreisträger Hermann Hesse geboren und aufgewachsen ist. Genauer, sein Gedicht „Stufen“ sagt sehr gut das aus, was wir meinen. Es geht so:

 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

 

Ja, jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Man braucht nur genug Empfindsamkeit, wie Hesse sagen würde – oder genügend Achtsamkeit, wie es Neudeutsch heißt. In diesem Sinne: Hört in euch rein, ihr Umgezogenen, und bleibt uns Bau-Bloggern gewogen. Denn jetzt gehen wir unsere Blog-Reise vom Bauen zum Wohnen, und werden auch hierüber gerne weiter berichten…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.